Ich muss nicht wissen, was ich alles weiss, sondern ich muss wissen, was ich alles nicht weiss. Wer sich darüber regelmässig Gedanken macht, der kommt zu erstaunlichen und zeitweise auch erschreckenden Erkenntnissen.
Jeder, der schon Jahre und Jahrzehnte an der Börse aktiv investiert, der weiss: Börse ist nicht voraussehbar und nicht berechenbar. Es kann alles so, aber auch alles ganz anders kommen. Alle Arten von Berechnungen und Auswahlverfahren sind nur Hilfen, dieses Nicht-Wissen über die Zukunft zu überbrücken.
Einige Berechnungen und Auswahlverfahren haben mehr Anhänger, andere weniger. Einige haben, innerhalb ihres strategischen Vorgehens und ihrer zeitlichen Anlagedauer, mehr Erfolg, andere weniger.
Einige sind innerhalb ihrer Anwendung einfacher, andere komplizierter. Einige Strategien, Berechnungen und Vorgehen gefallen eher diesen Investoren, andere eher jenen Investoren.
Schlussendlich kommt es aber immer auf das Gleiche heraus: Manchmal haben Strategien Erfolg, manchmal weniger Erfolg, manchmal trifft meine Berechnung zu, manchmal nicht, ab und zu geht die Börse nach oben, manchmal nach unten. Gemeinsam haben alle aber nur eines:
- Ich weiss rein gar nichts über die Zukunft, weil keiner hellsehen kann.
- Strategien und Berechnungen liefern Chaos, wenn ich mich nicht wirklich langfristig daran halte und Strategie- und Vorgehens-Treu bleibe.
- Wenn die Art zu berechnen und das strategische Vorgehen nicht meinem Naturell, also meinem Risikoprofil entsprechen, dann werden die Ergebnisse immer unbefriedigend bleiben.
Wir wissen:
- Ich weiss nicht, wo Börse, Wirtschaft, Zinsen, in 3 Jahren stehen.
- Ich benutze zur Berechnungen immer nur Daten aus der Vergangenheit.
- Dass Anleger glauben etwas über den zukünftigen Markt zu wissen.
- Dass keiner hellsehen kann.
- Dass Risiken nur entstehen, wenn jemand nicht weiss, was er tut.
- Dass ich wissen muss, was ich nicht weiss, nämlich sehr vieles.
- Und, dass ich auch einfach Kaffeesatz lesen könnte (lesen Sie das Buch „A Random Walk Down Wall Street“ von Burton G. Malkiel).
„Ein Affe mit verbundenen Augen, der Dartpfeile auf die Finanzseiten einer Zeitung wirft, könnte ein Portfolio auswählen, das genauso gut funktioniert wie ein von Experten sorgfältig ausgewähltes.“
Malkiel will sagen: dass kurzfristige Kursbewegungen kaum vorhersehbar sind, entgegen vieler Wallstreet-Profis. Diese wollen natürlich, dass Leute für ihr angeblich hellseherisches Profi-Wissen bezahlen, da sie ja wissen, was der Markt vorhat. Hihi..
Für Burton G. Malkiel ist die Geschichte aber überschaubar: Wer als Anleger nicht versucht, durch die Vorhersage von Marktbewegungen zu profitieren, schneidet im Grossen und Ganzen besser ab als Spekulanten, die versuchen, von kurzfristigen Prognosen zu profitieren.
Unten 2 Berichte über die Auswertung und Testung seiner Aussage. Kurz: Malkiel hatte nicht Recht. Die Affen waren nicht genau so gut, sie waren viel besser.
- Quirin Privatbank : Von der wissenschaftlichen Forschung zur klugen Geldanlage
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Warum ein Affe mit einer Dartscheibe ein besserer Investor ist als die meisten Profis
Warum sage ich das, da ich doch selber jemand bin, der aktiv anlegt, also eigentlich gegen diese Theorie sein müsste. Sehe ich aber anders. Warum. Die Könner an der Börse sind immer Ausreisser auf der Skala, also Einzelfälle. Die Masse aber ist und bleibt die Masse.
Sie unterschätzt immer das Können, die angeborenen Fähigkeiten, die man braucht, die tägliche Arbeit, die man investieren muss und die lange Erfahrung, die nötig ist. Darum fährt die Masse mit strategischem Vorgehen tausend mal besser, als mit glauben es zu wissen.
Wir glauben zu wissen:
- Wo Börse, Wirtschaft, Zinsen, in 3 Jahren stehen.
- Dass meine Berechnungen immer funktionieren und Daten, Schätzungen und Annahmen aus der Vergangenheit auch in der Zukunft funktionieren.
- Dass die anderen Anleger immer falsch liegen.
- Dass nur meine Art die richtige ist und nur ich etwas über die Zukunft weiss.
- Dass ich hellsehen kann.
- Dass Risiken entstehen, wenn ich den Markt nicht berechne.
- Dass ich nicht wissen muss, was ich alles nicht weiss.
- Dass immer eintrifft, was ich glaube.
Gerade im letzten Gesundheitscrash eindrücklich erlebt: „Grösste Depression seit 1929“.., oder auch kürzlich bei Gold: „Gold fällt nun nicht mehr, geht direkt auf 10’000 USD“…Jaja. Wäre da nicht die eigenwillige Zukunft. Zum Glück gibt es Ausreden und der Privatanleger glaubt sie immer wieder und wieder.
Aber genau dieser Privatanleger hat enorme Vorteile in seiner Art, wie er vorgehen und anlegen kann. Aber nur, wenn er weiss, was er wirklich tut.
Wüssten alle die, die sagen, sie wüssten wirklich das, was sie sagen, dann wären alle Milliardäre. Und nicht Millionäre, sondern Milliardäre. Sie wissen ja, was kommt. Sie könnten alles setzen. Tun sie aber nicht. Warum, weil sie es eben doch nicht wissen.
„Abhängigkeit ist leider sehr gut lernbar und Blindheit immer gut verkaufbar“
Genau dieses, ich weiss es, oder man kann das wissen, wird einem den ganzen Tag unbewusst suggeriert über: Börsenmedien, Nachrichten, Zeitungen, Börsenbriefe, Banken, Versicherungen, Fonds, Analysten, Experten und Börsenexperten und Aboverkäufer aller Art. Alle wissen, warum die Börse gerade gefallen ist, aber nur immer im Nachhinein.
Nach-richten, heisst: Es wurde im Nachhinein, nach-gerichtet. Und die Klein- und Privatanleger glauben und hängen am Tropf der Medien wie der Hamster am Hamsterrad. Die Folgen: Viele Anleger glauben wirklich, sie hätten die Sache im Griff.
Aber die grossen roten Balken in den Charts der Unternehmen und Indizes zeigen immer wieder etwas ganz anderes. Nämlich die Realität, wie es wirklich ist. Panik und Unwissenheit, gepaart mit einer guten Position Selbstüberschätzung und Mangel an Einsicht. Das gibt nie einen stabilen und funktionellen langfristigen Vermögensaufbau. Und, kurzfristiges Trading ist kein langfristiger Vermögensaufbau.
Was nützt:
- Vorgehen mit einer eigenen und für mich funktionierenden Strategie.
- Klären Sie Ihr Risikoprofil, daraus ergibt sich Ihre Strategie.
- Angemessen diversifizieren.
- Kaufe nur, was du verstehst.
- Kümmere dich um die Unternehmen (Geschäftsmodell und Zahlen).
- Investiere nur in Unternehmen mit sehr guten langfristigen Ertragsaussichten.
- Kaufe nur hervorragende Unternehmen.
- Investiere langfristig.
- Erkenne den Wert des Nachkaufens.
- Wissen fokussieren, sich bilden und dazulernen.
- Immer einen Teil in Bargeld, für Unvorhergesehenes und Chancen, halten.
- Oder, strategisch intelligent voll investiert sein.
- Einen Cashflow aus der Berufstätigkeit in den Bargeldbestand lenken, um ihn stetig zu vergrössern.
- Bargeldmanagement und Zukaufstrategie perfektionieren.
- Strategie, Strategie, Strategie, Strategie.
„Das wirklich grosse Geld verdient man nicht mit Kaufen und Verkaufen, sondern mit Warten“
Investitionen brauchen Zeit um sich zu entfalten, manchmal eben sehr viel Zeit. Und es erfordert eine grosse Portion gesunden Menschenverstand und eine funktionelle Art der persönlichen Gelassenheit. Vermögensaufbau hat nur zu einem kleineren Teil mit Börse zu tun. Der Hauptteil ist immer:
- Disziplin,Disziplin und nochmals Disziplin.
- Langfristigkeit.
- Dranbleiben.
- Psychische Stabilität.
- Wissen und vor allem erkennen, dass es funktioniert.
- Verstehen des Zeit- und Zinseszinseffekts der regelmässigen Einzahlungen.
- Regelmässig Geld zur Seite legen.
- Regelmässig monatlich oder jährlich Geld einzahlen.
- Einen guten Beruf haben.
- Früh beginnen, früh beginnen, früh beginnen.
- Überhaupt beginnen.
- Danach, Börse und Auswahl der Unternehmen.
- etc.
„Ohne Basis, keine Basis. Und ohne Basis, noch immer keine Basis“
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, noch immer ein erholsames Wochenende, stabile Zukunft, viel Kraft im Umgang, mit den immer vorhandenen Ungereimtheiten. Bleiben Sie klar im Kopf. Und lachen sie, beste Gesundheit, … und wie immer…
Weiterhin viel Erfolg beim Investieren, Nachdenken und beim Vermögensaufbau. Denken Sie viel über Ihr strategisches Vorgehen nach, es lohnt sich.
Herzlichst der 5vor12
Mehr zu unserer Strategie im Buch: 5vor12 – Das Aktien Investing Lernprogramm.
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